Umgang mit Suchterkrankungen am Arbeitsplatz

am 14.04.2017

Für viele mittelständische Unternehmen gestaltet sich der richtige Umgang mit Suchterkrankungen am Arbeitsplatz als ein sehr schwieriges und heikles Thema. Hier fehlt oft das Wissen über die richtige Vorgehensweise. Obwohl in solchen Fällen letztendlich konsequentes Handeln erforderlich ist, wird das Problem häufig verdrängt. Sinnvoll kann hier eine Betriebsvereinbarung zum Umgang mit Suchtmitteln sein. Diese gibt einen klaren Handlungsrahmen mit unterschiedlichen Eskalationsstufen vor.

Ein wichtiger Punkt dieser Regelung sollten auch die Maßnahmen sein, die im Akutfall zu treffen sind: Auffällige Mitarbeiter sind sofort von der Tätigkeit zu entbinden und sicher nach Hause zu bringen. Für diese Entscheidung genügt eine subjektive Einschätzung der aktuellen Arbeitsfähigkeit. Für diese Einschätzung ist es hilfreich, einen Zeugen hinzuzuziehen und den Fall entsprechend zu dokumentieren. Nach Rückkehr in den Betrieb ist mit dem Mitarbeiter ein klärendes Gespräch zu führen, in dessen Verlauf dem Betroffenen die Verletzung seiner arbeitsvertraglichen Pflichten dargelegt wird.

Grundsätzlich sieht eine Betriebsvereinbarung mehrere Eskalationsstufen vor, die grundsätzlich das Ziel haben, entweder eine positive Verhaltensänderung zu erreichen, ohne dass weitere arbeitsrechtliche Konsequenzen folgen oder eine Krankheitseinsicht sowie eine entsprechende Therapie. Können diese Ziele trotz Abmahnungen nicht erreicht werden, bleibt dem Unternehmen nur die Einleitung des Kündigungsverfahrens als letzte Möglichkeit.

 

Kalka, Ute / Mölling, Nadine in: BGHM aktuell 2014, S. 18-21

Kommentare

Karsten Strauß am 24. November 2017 um 05:28 Uhr

Viele Betriebe begeben sich mit den gängigen Vorgehensweisen auf sehr dünnes Eis. Eine Betriebsvereinbarung im Vorfeld ist immens wichtig. Man sollte aber wissen, was darin stehen darf.


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