Keine Antwort nach der Bewerbung? So fragen Sie richtig nach

am 17.03.2015

 Der Bewerber hat viel Zeit und Mühe in seine Bewerbung investiert und nach dem Versand der Unterlagen beginnt das Warten. Je länger man keine Rückmeldung erhält, desto mehr stellt sich die Frage: Sind meine Unterlagen angekommen? Wie geht es weiter? Kann ich ohne weiteres nachfragen – nervt das oder zeugt es vom Interesse an der Stelle? 

Hört man von einer Firma länger nichts, kann das eine Vielzahl von Gründen haben: Die Bewerbung wurde an eine falsche E-Mail-Adresse geschickt und hängt in einer völlig falschen Abteilung fest. Oder im Betreff wurde vergessen anzugeben, für welchen Job man sich bewirbt. Vor allem große Unternehmen erhalten viele Bewerbungen, so dass auch kleine Fehler für große Verzögerungen sorgen können. Was auch immer der Grund sein mag: Wer nach Wochen noch nichts vom Unternehmen gehört hat, kann sich ohne schlechtes Gewissen nach dem Stand seiner Bewerbung erkundigen.

In großen Unternehmen gehen jährlich hunderte von Bewerbungen ein. Nicht alle davon kommen gleich an die korrekte Adresse und so auf den Schreibtisch des Personalleiters. Aber auch korrekt adressierte Unterlagen müssen erst gesichtet, sortiert, erfasst und an weitere Verantwortliche geschickt werden. Zwei bis drei Wochen Bearbeitungszeit sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Wer nach drei oder vier Wochen immer noch nichts gehört kann, kann ruhig nachfragen.

Eine telefonische Nachfrage geht schnell und ist persönlich. Man muss aber damit rechnen, dass der Gesprächspartner gerade wenig Zeit hat. Vor die Frage nach dem Stand der Bewerbung kommt daher erst einmal die Frage, ob der Anruf gelegen kommt oder es etwas später besser passt. Für das vermeintlich kurze Nachfragen sollten Sie sich unbedingt genug Zeit nehmen! Unter Umständen kann sich aus der Nachfrage ein kurzes Telefoninterview entwickeln. Deshalb: Alle Unterlagen bereitlegen und solche Telefonate nicht in der Öffentlichkeit führen. Wer im Sekretariat landet, sollte dort sein Anliegen höflich vortragen und nicht darauf beharren, unter allen Umständen zum HR-Manager durchzudringen.

Wem eine konkrete E-Mail-Adresse des HR-Managers oder der Personalabteilung vorliegt, kann man auch per E-Mail nachfragen. Bei großen Unternehmen ist das unter Umständen auch besser, als telefonisch nachzuhaken. Vielbeschäftigte Personaler haben dann etwas Zeit, um die Unterlagen nachzuschlagen und müssen nicht sofort am Telefon reagieren. Denn die passende Bewerbung liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gerade griffbereit am Schreibtisch. Hilfreich ist auch eine kurze Begründung: z.B. dass man sich nach dem zeitlichen Ablauf des Bewerbungsprozesses erkundigen möchte, weil man in den nächsten beiden Wochen aufgrund einer Dienstreise ins Ausland oder urlaubsbedingt nur sehr schlecht zu erreichen ist.

Es sollte jedoch kein Druck aufgebaut werden, insbesondere der Hinweis, dass man auch noch andere Bewerbungen hat. Das zeigt nicht, wie begehrt der Bewerber ist, sondern dass man dringend eine neue Stelle braucht. Ein guter Personaler lässt sich durch eine solche Anfrage ohnehin nicht unter Druck setzen.

Quelle: Kettner, Martina, in Bewerbung: Jobsuche Karriere.at blog

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