Die Mediation – Ein Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung

am 15.01.2016

Die Mediation ist ein strukturiertes, freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes, bei dem unabhängige sogenannte  „allparteiliche “ Dritte die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess begleiten. Die Konfliktparteien versuchen dabei, zu einer gemeinsamen Vereinbarung zu gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht.

Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.

Die Mediation in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus der Praxis der außergerichtlichen Konfliktregelung. Die Grundlagen des Verfahrens beruhen auf unterschiedlichen Quellen: So finden sich hier Ansätze der Konflikt- und der Verhandlungsforschung, des psychologischen Problemlösens, der Psychotherapie, der Systemischen Theorie,  Erkenntnisse aus den Fachgebieten Konflikt- und Kommunikationswissenschaft und Psychologie.

Diese interdisziplinäre Entstehungsgeschichte der Mediation und das weitgehende Fehlen von (gesetzlichen) Vorgaben führen dazu, dass es nur wenige allgemein anerkannte oder gar zwingende Vorgehensweisen in der Mediation gibt. Einige Grundsätze Aspekte der Mediation sind im Mediationsgesetz geregelt.

Der wichtigste Grundgedanke einer Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien: Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Dahinter steht der grundsätzliche Gedanke, dass die Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, und vom Mediator lediglich hinsichtlich des Weges dorthin Unterstützung benötigen. Damit grenzt sich die Mediation von der direkten oder indirekten Verhandlung zweier Parteien, vom Schiedsspruch oder anderen Formen der Gerichtsbarkeit und von der Schlichtung ab.

Der Mediator gestaltet das Verfahren unter anderem durch die Vorschläge zur Struktur und durch Fragen, die auf die Klärung von Fakten und auf die Herausarbeitung der Bedürfnisse und Interessen der beteiligten Parteien zielen. Je nach Ausrichtung der Mediation ist es dem Mediator auch erlaubt, inhaltliche Vorschläge für die Problemlösung zu machen.

Grundsätzliche Voraussetzungen für die Durchführung einer Mediation sind folgende Punkte:

  • Freiwilligkeit- Alle Beteiligten einschließlich des Mediators können die Mediation jederzeit abbrechen.
  • Verschwiegenheit– Der Mediator und die in die Durchführung des Mediationsverfahrens eingebundenen Personen äußern sich außerhalb der Mediation nicht zu den Verfahrensinhalten.
  • Eigenverantwortlichkeit der Parteien – die Lösung des Konflikts wird von den Parteien selbst entwickelt; der Mediator hat die Prozessverantwortung für die Gesprächs- bzw. Verhandlungsführung.
  • Ergebnisoffenheit – Eine Mediation ist dann nicht möglich, wenn das Ergebnis bereits zu Beginn feststehen soll. Alle Konfliktparteien müssen mit einer gewissen Verhandlungsbereitschaft in die Mediation gehen. Dies umfasst auch die prinzipielle Verhandlungs- und Abschlussfähigkeit der Beteiligten, ein Aspekt, der insbesondere bei umfangreichen Verfahren in der Wirtschaft oder im öffentlichen Bereich zum Tragen kommt.
  • Allparteilichkeit des Mediators – Der Mediator leitet die Mediation allparteilich bzw. allparteiisch, das heißt, seine Haltung zeigt eine Bereitschaft zur Identifikation und Parteilichkeit mit jedem Beteiligten. Diese Haltung geht deutlich über eine einfache Neutralität hinaus; die inhaltliche Neutralität des Mediators erstreckt sich nicht auf seine Stellung gegenüber den Konfliktparteien. So gleicht er beispielsweise ein Machtgefälle zwischen den Parteien aus, indem er vorübergehend als Sprachrohr der kommunikationsschwächeren Partei agiert.

 

Der Grundsatz der Vertraulichkeit ist der Kernpunkt der Mediation. Sie gilt nicht nur für den Mediator, sondern für alle in die Durchführung des Mediationsverfahrens eingebundenen Personen. Sie soll gewährleisten, dass die Preisgabe von Informationen während der Mediation keiner Partei in einem nachfolgenden Zivilprozess zum Nachteil gereicht.

In Deutschland ist die Verschwiegeheitspflicht im Mediationsgesetz geregelt; hieraus folgt ein Zeugnisverweigerungsrecht für einen späteren Zivilprozess.  Angaben zur Vertraulichkeit sind Teil der Mediationsvereinbarung.

Das Ziel der Mediation ist die einvernehmliche, außergerichtliche Lösung eines Konfliktes – möglichst durch den wechselseitigen Austausch über die Konflikthintergründe und mit einer verbindlichen, in die Zukunft weisenden Vereinbarung der Teilnehmer. Im Unterschied zu einem Gerichtsverfahren sollen im Rahmen einer Mediation beide Konfliktparteien gewinnen – anzustreben ist ein Win-Win-Ergebnis. Der Gegenstand der Mediation ist dabei nicht auf das begrenzt, was objektiv als Anspruchsgrundlage gegeben ist, sondern bezieht allgemeinere individuelle und gemeinsame Interessen aller Parteien ein.

 

Grundsätzlicher Ablauf

Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Phasenmodelle der Mediation entwickelt. Bei den meisten Modellen  zeigt sich folgender grundsätzlicher Verfahrensablauf:

  1. Auftragsklärung
  2. Themensammlung
  3. Positionen und Interessen/Sichtweisen- und Hintergrunderkundung
  4. Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen
  5. Abschlussvereinbarung

 

Anwendungsbereiche der Mediation

In Deutschland hat die Entwicklung der Mediation vor mehr als 20 Jahren in der Trennungs- und Scheidugsmediation begonnen. Inzwischen ist eine zunehmende Diversifikation  der Anwendungsfelder zu beobachten, die zu einer speziellen Aufteilung geführt hat:

  • Familienmediation bei Trennung und Scheidung
  • Schulmediation
  • Wirtschaftsmediation im inner- als auch im zwischenbetrieblichen Bereich
  • Verbrauchermediation zur Lösung von Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Unternehmen
  • Mediation im öffentlichen Bereich, unter anderem in der Umweltpolitik
  • in Deutschland: Täter-Opfer-Ausgleich
  • Nachbarschaftsmediation
  • Interkulturelle Mediation

Bei Bedarf unterstützt Sie die ADOPUS Personalberatung sehr gerne. Rufen Sie uns an unter 0151/18216352.

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare

Kommentar schreiben